Wie funktioniert die Grundsteuer in Deutschland?
Die Grundsteuer ist eine jährliche Steuer der Gemeinden auf Grundbesitz, d. h. auf Grundstücke und Gebäude. Nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts von 2018, das die alte Bewertungsgrundlage als verfassungswidrig einstufte, trat ab dem 1. Januar 2025 eine bundesweite Grundsteuerreform in Kraft. Alle Grundstücke wurden anhand neuer Grundsteuerwerte neu bewertet, die auf aktualisierten Bodenrichtwerten und Gebäudedaten basieren, die Eigentümer im Jahr 2022 eingereicht hatten.
Die Steuer wird in drei Schritten berechnet. Zunächst ermittelt das Finanzamt den Grundsteuerwert anhand von Grundstücksart, Lage, Fläche und Baujahr. Dann wird der bundeseinheitliche Steuermesszahl auf diesen Wert angewendet, woraus der Grundsteuermessbetrag resultiert. Schließlich wendet die Gemeinde ihren eigenen Hebesatz an, der in Deutschland stark variiert. Frankfurt, München und andere Großstädte setzen höhere Hebesätze als ländliche Gemeinden. Die jährliche Steuer kann je nach Objekt und Lage von einigen Hundert bis zu mehreren Tausend Euro betragen.
Bayern, Baden-Württemberg, Hamburg, Hessen und das Saarland haben auf Grundlage einer Öffnungsklausel eigene Landesmodelle eingeführt, sodass die genaue Berechnungsmethode je nach Bundesland unterschiedlich ist. Eigentümer vermieteter Immobilien können die Grundsteuer als Betriebskosten auf die Mieter umlegen. Mieter können den Betrag in der jährlichen Betriebskostenabrechnung einsehen.
Hierbei handelt es sich um allgemeine Informationen, keine steuerliche Beratung. Für Ihre individuelle Situation wenden Sie sich bitte an einen qualifizierten Steuerberater.
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